Stimmt's? Eingeheizt
In der Managementliteratur grassiert eine Geschichte, die den Verlust von Lernfähigkeit von Organismen demonstrieren soll. Wenn man einen Frosch in kochendes Wasser wirft, dann tut er alles, um dem Inferno zu entkommen. Setzt man ihn aber in lauwarmes Wasser und erhöht langsam die Temperatur, dann kocht er bei lebendigem Leibe, ohne dass er Anstrengungen macht, sein Wärmegefängnis zu verlassen. Stimmt das? Eckart Menzler-Trott, Freising
Die Geschichte kursiert nicht nur bei Managementseminaren, auch Greenpeace hat mit dem gekochten Frosch bereits geworben. Vielleicht hätten die Naturschützer sich besser erst einmal bei einem Biologen kundig gemacht.
Ich habe nach längerem Suchen tatsächlich einen Zoologen gefunden, der schon einmal im Dienst der Wissenschaft Frösche erhitzt hat: Victor Hutchinson von der amerikanischen University of Oklahoma. Die Amphibien wurden in einen Topf mit Wasser gesetzt, dessen Temperatur pro Minute um ein Grad erhöht wurde. "Wenn die Temperatur steigt, wird der Frosch immer aktiver bei dem Versuch, dem erhitzten Wasser zu entkommen", schreibt Hutchinson. Irgendwann zeigt das Tier dann Zeichen von Hitzestress, und es kommt zu muskulären Spasmen. Diesen Punkt, der schon bei einer Temperatur von unter 40 Grad erreicht werden kann, nennt man auch das "kritische thermale Maximum" - wird das Wasser noch wärmer, dann kommt es zur Hitzestarre und zum Tod.
Für Organisationen und Völker mag also gelten, dass sie eine kontinuierliche Verschlechterung ihrer Situation hinnehmen, ohne mit der Wimper zu zucken - bei Tieren lassen sich die Sensoren nicht so leicht täuschen. Christoph Drösser
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder
stimmts@zeit.de
. Das »Stimmt’s?«-Archiv:
www.zeit.de/stimmts
Audio:
www.zeit.de/audio
- Datum 01.01.2002 - 13:00 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle (c) DIE ZEIT 45/2002
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Weil mich das Thema interessiert, habe ich gegoogelt (gegoogled?, gegooglet ??).
Es geht nicht darum, dass sich der Frosch gar nicht bewegt bis er tot ist, sondern dass er (meist) zu spät reagiert, d.h. aus dem Topf springt.
Das geht hier nicht klar hervor: Springen die Frösche nun langsam erwärmt
- alle raus ?
- alle nicht raus ?
- 50% raus / 50% nicht ?
Auf KEINEN Fall möchte ich hier zu einem so grausamen Tierversuch anregen.
Die Crux ist, eine langsame Verschlechterung kann (laut Theorie bzw. Geschichte) dazu führen, dass der Verschlechterung zu spät entgegengearbeiter wird.
Ich weiß weder, ob die Theorie wahr ist, noch ob dieses einen Namen hat (wie z.B. das Peter-Prinzip bzw. Dilbert-Prinzip)
http://de.wikipedia.org/w...
http://de.wikipedia.org/w...
Dilbert-Prinzip
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