Simon: Die große Flut an Donau, Elbe und Mulde liegt erst ein paar Monate zurück, aber sie ist längst heraus aus den Schlagzeilen. Doch nicht nur die Aufbauarbeit vor Ort geht weiter. In Frankfurt an der Oder beschäftigen sich heute die Umweltminister der Länder und Bundesumweltminister Trittin mit den Konsequenzen des Hochwassers. Am Telefon begrüße ich Klaus Müller, den Umweltminister des Landes Schleswig Hostein, guten Tag!

Müller: Guten Morgen, Frau Simon!

Simon: Was wollen Sie in Sachen Hochwasserschutz erreichen?

Müller: Wir wollen erst einmal erreichen, dass es nicht in Vergessenheit gerät. Nach der Oder-Flut haben wir viele spontane Vorschläge bekommen, drei Monate später war nichts mehr davon zu hören. Zwei Jahre später kam dann die Elbe-Flut. Und wir haben gemerkt, wie schrecklich sie sich ausgewirkt hat. Insofern ist es jetzt wichtig, dass wir jetzt die Konsequenzen beschließen und auch umsetzen, damit wir nicht in zwei oder drei Jahren wieder vor dem gleichen Problem stehen.

Simon: Was heißt das denn ganz konkret? Was können Sie heute mit den Kollegen vereinbaren?

Müller: Wir werden heute hoffentlich vereinbaren, dass zum einen Schleswig Holstein davon lebt, was Niedersachsen und Brandenburg an Hochwassermaßnahmen unternehmen. Diese Länder wiederum leben davon, was in Sachsen oder in der Tschechischen Republik entsteht. Also, wir brauchen eine Koordinierung. Nicht jedes Bundesland darf nur an sich denken. Das ist das erste. Zum anderen brauchen wir Überschwemmungsgebiete. Wir haben festgestellt, dass die Flutung der Havelpolder in Brandenburg die Erlösung für die niedersächsischen Deiche war. Dies gilt auch für Schleswig Holstein oder Mecklenburg Vorpommern. Und wir müssen darauf hin arbeiten, dass wir in Sachen Klimaschutz weiterkommen, und das nicht verbrämt ideologisch oder auf dem Papier. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist einfach entscheidend, auch wenn er sicherlich erst in zwanzig oder dreißig Jahren hilft.

Simon: Es gab ja auch Dinge, die Sie als Umweltminister eines Landes vor Ort regeln konnten. Es hat sich bei der großen Flut heraus gestellt, dass es oft sogar über die Kreisgrenzen hinaus Koordinationsprobleme gab. Haben Sie da in Schleswig Holstein ergriffen?