Geschichten, die das Leben schrieb.

Er spiele weiter, um nicht zu sterben, erzählte der melancholische Schweizer Tennisprofi Marc Rosset dem Reporter Ruedi Leuthold am Rande eines kleines Turniers an der polnischen Ostseeküste. Leuthold schrieb das auf, und am 10.

Oktober erschien das Porträt in der ZEIT - das Bild eines Tennisspielers am Ende seiner Karriere, der nicht aufhören will, weil er sich an sein Nomadenleben gewöhnt hat. Lieber, sagte der ehemalige Olympiasieger, würde er weiterspielen, auf kleineren Turnieren, auf Nebenkriegsschauplätzen. Dort kann man ihn - machmal - noch immer glanzvoll siegen sehen, und verlor er doch, dann blieb nicht selten die Frage zurück, ob er den Gegner absichtlich hatte gewinnen lassen. Jetzt hatte der Schweizerische Tennisverband eine Idee und machte den 32-Jährigen zum Davis-Cup-Kapitän. Rosset wird das Team ab sofort betreuen und somit dem bürgerlichen Leben im Genfer Bankiersmilieu - in dem er aufgewachsen ist - weiterhin entkommen können.