Vergangene Woche stellte die HypoVereinsbank in München ihre Geschäftszahlen für die vergangenen neun Monate vor - und löste einen neuen Kurseinbruch deutscher Bankaktien aus. Die Angst wächst, dass Deutschlands Finanzriesen immer tiefer in die Krise rutschen.

Um mehr als 85 Prozent schrumpfte der Gewinn der HypoVereinsbank. Im dritten Quartal schrieb sie sogar einen Verlust von 360 Millionen Euro. Hätte die Bank nicht mit fast einer Milliarde Euro Gewinn einen Großteil ihres Aktiendepots verscherbelt, wären die Zahlen noch schlechter. Doch das deutlichste Krisensymptom ist die sprungartig gestiegene Risikovorsorge: Rund 3,3 Milliarden Euro müssen die Münchner in diesem Jahr zurücklegen, um sich gegen faule Kredite abzusichern. Um fast 90 Prozent stieg dieser Kostenfaktor in den ersten neun Monaten dieses Jahres.

Da half es der HypoVereinsbank wenig, dass sie mit den Horrorzahlen auch gleich noch einen neuen Chef präsentierte. Am 1. Januar löst Dieter Rampl den jetzigen Vorstandssprecher Albrecht Schmidt ab, der dann den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen soll. Rampl will das gewerbliche Immobiliengeschäft vom Konzern abspalten. Außerdem denkt er darüber nach, die gescheiterte Online-Tochter DAB Bank zu verkaufen oder sie mit einem Leidensgenossen, der Comdirect, zu verschmelzen.