"Mein später Freund, ich warte dein. O komm

lass uns von altem Zauber sagen, von unseres Herzens altem Heiligtum

von stürmischer Zeit in den kaukasischen Tagen, von Schiller, von der Liebe und vom Ruhm." Alexander Puschkin

Deutsch von Michael Engelhard

Als wir uns in Richtung des unbekannten Kaukasus in Bewegung setzten, "leuchteten am Horizont die fernen Berge auf. Wir jubelten, als wir in unserem Leben die große Entdeckung machten: die Berge! Seht mal, da sind die Berge! Richtige Berge! Sie saßen wie spärliche Wolken am Himmelsrand, doch es zeigte sich, wir hatten bis dorthin mehrere Tage und Nächte zu fahren!" Das ist ein Zitat aus meinem Buch Schlief ein goldnes Wölkchen. Aber in meinem Leben war es genauso, als man uns, obdachlose Kinder, im Jahre 1944 in den Kaukasus brachte, um uns in der Leere anzusiedeln, die nach Stalins Vertreibung der kaukasischen Völker, darunter der Tschetschenen, entstanden sein sollte. Aber in den Bergen wurde weiter gekämpft. Damals, als wir sie fröhlich grüßten, konnten wir nicht wissen, dass wir in den Ofen des Krieges geraten und mehrere von uns ums Leben kommen sollten.

Wir schauten auf den Kaukasus mit den Augen der Schulautoren: Puschkin, Lermontow, Tolstoj. Alles kam uns romantisch vor. Puschkin hatte an seinen Bruder geschrieben: "Schade, dass Du diese wunderschöne Bergkette nicht gesehen hast, ihre mit Eis bedeckten Spitzen, die in der Morgenröte als bunte und bewegungslose Wolken erscheinen." Und angesichts des Ararat: "Gierig schaute ich auf diesen biblischen Berg, sah die an seiner Spitze angelegte Arche in der Hoffnung auf erneuertes Leben, sah einen fliegenden Raben und eine Taube als Symbole der Hinrichtung und Versöhnung."

Rabe und Taube, das heißt Militärs und Zivilisten, Soldaten und Ackerbauern, Generäle und Aufklärer haben im Kaukasus seit langer Zeit zusammengelebt.