Ein guter Artikel, der sehr genau beschreibt, was gängige Praxis ist: Benachteiligung von Frauen hat noch nie so gut funktioniert wie in dem Moment, wenn sie Mütter werden. Die freie Wirtschaft kennt kein Erbarmen - das erleben wir täglich neu in unserer Beratung. Von den Frauen wird erwartet, wieder schnell und mindestens acht Stunden am Tag einsatzbereit zu sein - wer das nicht leisten kann, ist weg vom Fenster. Viele fügen sich resigniert in das alte Rollenmodell der Vollzeitmutter ein, weil die berufliche Perspektive fehlt. Das sind dann zum Teil hoch qualifizierte Frauen, die später (so in zehn Jahren) die Umschulungskurse vom Arbeitsamt besuchen. Hier muss ein Gesetz für die Privatwirtschaft her. In der öffentlichen Verwaltung sind schon durch die Gleichberechtigungsgesetze der Länder Strukturen geschaffen worden!

Ute Günther Frauenbeauftragte Seeheim-Jugenheim

Der Artikel beginnt mit einer falschen Bildunterschrift: Laut Mutterschutzgesetz Paragraf 5 ist die Frau nicht verpflichtet, den Arbeitgeber sofort zu unterrichten, es handelt sich hier lediglich um eine Soll-Vorschrift. Und das ist auch gut so, denn die Fehlgeburtsrate ist in den ersten drei Monaten am höchsten. So spricht einiges dafür, in dieser Zeit noch Stillschweigen zu bewahren.

Auch sonst kann ich die Aussagen in Ihrem Artikel kaum glauben, insbesondere die, wo Frauen "in die Arbeitslosigkeit" entlassen wurden (in Schwangerschaft und Elternzeit besteht absoluter Kündigungsschutz). In keinem Fall trägt so ein Artikel dazu bei, Frauen Mut zu machen, Kind und Karriere miteinander zu vereinbaren, Arbeitgeber werden ebenfalls nicht zu innovativem Handeln ermutigt.

Ich selbst gehöre zu der seltenen Spezies der Frauen, die unmittelbar nach dem Mutterschutz wieder begonnen hat zu arbeiten, jetzt bin ich wieder schwanger und werde auch danach sofort wieder weiterarbeiten.

Was sich für meine Begriffe als sehr vorteilhaft erwiesen hat, ist, direkt bei der Bekanntgabe der Schwangerschaft einen ungefähren Plan zu haben, wie's weitergehen soll!

Susanne Kros Deutsches Rotes Kreuz Landesverband Rheinland-Pfalz