Deutschlands Pauker sind Spitze - im Gehaltsvergleich mit ihren Kollegen aus aller Welt. Das zeigt der jüngste Bildungsbericht (siehe Seite 33) der OECD, einer Denkfabrik der Industrieländer. Nur Japan, Korea und die Schweiz entlohnen ihr Lehrpersonal besser.

Hingegen liegen die deutschen Pädagogen mit 783 Unterrichtsstunden pro Jahr nur im Mittelfeld der 45 untersuchten Staaten. Zudem klagen hierzulande weitaus mehr Schüler als anderswo über fehlende Hilfe ihrer Lehrer beim Lernen. Und noch klingt allen die Botschaft der Pisa-Studie im Ohr: Deutschlands Nachwuchs schneidet im internationalen Vergleich miserabel ab.

Den Pädagogen sei weder ihr Gehalt geneidet, noch die Alleinschuld an den mäßigen Schülerleistungen angelastet. Doch sie müssen ernsthaft über ihre Bringschuld nachdenken. Denn so klaglos wie bisher werden die Steuerzahler hohe Lehrergehälter nur hinnehmen, wenn sie Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Schulen haben können.

Was in anderen Berufen Usus ist, muss auch in die Lehranstalten einziehen: Ziele setzen, Qualität kontrollieren, Bezahlung nach Leistung, Pflicht zur Fortbildung. Als angenehmen Nebeneffekt erhalten viele Lehrer auf diesem Wege erstmals das ersehnte Feedback auf ihre Arbeit überengagierten Pädagogen winkt Entlastung, weil sie sich ihrer Grenzen bewusst werden können. Wenn sich die Lehrer nicht selbst für neue Standards in ihrem Beruf stark machen, werden sie beim fälligen Umbau des Bildungswesens nur eine Nebenrolle spielen.