Die besten CD-Aufkleber macht Fuji. Das müssen Sie nicht glauben, ist sogar besser, wenn nicht, sonst passiert Ihnen vielleicht dasselbe wie mir.

Ich decke mich immer mit Hunderterpackungen dieser Etiketten ein, wenn sie tatsächlich mal irgendwo im Handel auftauchen. Neulich war es wieder so weit: Mein Vorrat ging zu Ende, und nach einigem Stöbern im Internet fand ich die Klebedinger beim Hamburger Computerhändler Schiwi. Ich füllte das Online-Bestellformular aus, akzeptierte den Zwang zur gebührenpflichtigen Nachnahmesendung, beugte mich einer Versandkostenpauschale, die an eine Strafsteuer für perverse Laster erinnerte - und erhielt die Mitteilung, dass mir der Liefertermin alsbald per E-Mail annonciert werde.

Ich wartete zwei, drei Wochen, dann griff ich zum Telefon. Die Dame aus der Versandabteilung blickte auf ihren Monitor und stellte fest, dass dort als Status der Bestellung "Lieferstopp" vermerkt sei. Näheres wisse sie auch nicht, da müsse ich schon mit Herrn Diekmann sprechen.

Ich schilderte Herrn Diekmann mein Problem, auch er blickte auf einen Bildschirm und sagte: "Lieferstopp." - "Was heißt das?", wollte ich wissen.

"Na, dass wir nicht liefern", entgegnete er im Tonfall eines Früherziehers.

"Aber warum?" - "Ja, das weiß ich doch nicht!", entgegnete er halb entrüstet, halb belustigt. Ich konnte ihm noch die Information entlocken, zu meinem Namen habe sich in der Datenbank vor genau eineinhalb Jahren der Eintrag "Lieferstopp total" gesellt, aber, mein Gott, warum - das könne nach der Zeit ja nun wirklich niemand mehr sagen. "Glauben Sie man ja nich' dass wir so was aus Jux und Dollerei machen!" - "Aber das Problem müssen wir doch irgendwie lösen können", barmte ich. "Müssen wir das?", fragte Herr Diekmann zurück, offenbar geschult in sadistischer Dialektik.

Anstatt weiter um die Gnade der Lieferung zu flehen, entsann ich mich des guten Rats meines Freundes Eckart: "Beknackte Systeme sind dafür da, umgangen zu werden." So füllte ich ein neues Online-Formular aus, fügte meinem Namen zwei unbedeutende Schreibfehler hinzu und erlangte so datenbanktechnisch wieder den Stand der Unschuld. Nach vier Tagen lieferte die Deutsche Post das Päckchen - trotz falscher Schreibweise. Darf ich mich jetzt freuen, oder muss ich ein schlechtes Gewissen haben?