Die endlose Geschichte um Sachsens Sparkassen geht weiter. Im Frühjahr 1999 wollte der damalige Dresdner Finanzminister und jetzige Ministerpräsident Georg Milbradt die Sparkassen mit der landeseigenen Landesbank (SachsenLB) zu einer Finanzdienstleistungsgruppe vereinen. Aus Sorge um die Unabhängigkeit der Sparkassen brachte die Bürgerinitiative Pro Kommunale Sparkasse das Vorhaben zu Fall. In diesem Monat soll der Landtag über einen reformierten Gesetzentwurf zur Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Kreditwesens im Freistaat entscheiden. Darin wird der Einfluss der Kommunen auf die Sparkassen abgesichert

es ist aber auch die Möglichkeit einer Zwangsvereinigung von widerspenstigen Sparkassen aus "Gründen des öffentlichen Wohls" vorgesehen.

Die Bürgerinitiative, die sich mit der Gewerkschaft ver.di zu einem Aktionsbündnis zusammengetan hat, beklagt die "Arroganz der Macht".

Gemeinsames Ziel ist jetzt die Aufklärung der Bevölkerung über die "perfiden Pläne der Staatsregierung" zur "Demontage des sächsischen Sparkassenwesens".

Peinlich für die Protestler: Vergangene Woche wurde bekannt, dass Paul Bischof, bis Ende Juli Sprecher der Bürgerinitiative, sich reichlich überstürzt aus Sachsen abgesetzt hat. Der umtriebige Anwalt und Herr über ein Dutzend Kanzleien zwischen Karlsruhe und Leuna soll sich finanziell übernommen haben und wird in Südamerika vermutet.