Ulrich Woelk, geboren 1960 in Köln, wurde 1990 für seinen Debüt-Roman "Freigang" mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Bis 2001 hat der ehemalige Astrophysiker drei weitere Bücher geschrieben, in diesem Herbst ist sein neuer Roman "Die letzte Vorstellung" erschienen, in dem es einerseits um politischen Terrorismus und dessen Gründe, andererseits um den Umgang mit deutscher Geschichte geht. Ein Kommissar und eine BKA-Beamtin ermitteln in einem Mord an einem ehemaligen RAF-Mitglied.

ZEIT_online: Von der Struktur her ist das Buch ein Kriminalroman, der mit der Entdeckung eines Mordes anfängt und mit dessen Aufklärung endet. In Krimis ist das Motiv für Mord meistens Habgier oder Eifersucht, aber in diesem Fall steckt etwas dahinter, was eng mit der deutschen Geschichte der vergangenen 30 Jahre verknüpft ist. Trotzdem werden die historischen Zusammenhänge nur angedeutet. Warum?

WOELK: Ich wollte das Buch nicht mit historischen Details überfrachten. Die wichtigsten Eckdaten werden im Prolog geliefert, nämlich die Informationen über die zweite Terroristengeneration nach Baader, die in die DDR übergesiedelt ist und dort relativ unauffällig gelebt hat.