Mode Der Frost kann kommen
In diesem Winter sollte man sich dick einwickeln. Aber wie hält man sich stilvoll warm? Eine kleine Anleitung für die coole Jahreszeit
In einem Märchen der Gebrüder Grimm verschenkt ein armes kleines Mädchen sein letztes Stück Brot an einen noch ärmeren Mann. Als es auch seine Mütze, sein Kleidchen und sein letztes Hemd an hungrige Kinder weggegeben hat, steht es schließlich allein im dunklen Wald. »Und wie es so stand und nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel und waren lauter harte, blanke Taler.« Ein neues Hemd bekommt es auch und ist nun »reich für sein Lebtag«.
Die Wirklichkeit aber ist kein Märchen. Im Gegenteil. Besonders harte Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.
So konnte man schon im Sommer, kein Märchen, bei den Schauen der wichtigsten Modehäuser von Paris bis Mailand erahnen: Man muss sich wappnen, dieser Winter könnte hart werden. Die Stücke, die dort gezeigt wurden, wirkten teilweise wie Panzer, die vor mehr als Regen, Eis und Schnee schützen sollen. Aber wovor genau? Damals schwitzten die Models und ihre Betrachter noch. Die Lage war sichtlich angespannt und die Laune getrübt, aber wenigstens konnte man noch leicht bekleidet nach Sonnenuntergang im Freien herumlaufen und musste sich nicht vor den Nachrichten des nächsten Tages fürchten.
Auch für die Unterwäsche gilt: dreifach wärmt besser
Damit ist jetzt Schluss. Der Winter ist da, und die Designer haben Recht behalten. Es weht ein eisiger Wind. Frierend steht das Mädchen aus Grimms Märchen im Wald, aber kein einziger Sterntaler will vom Himmel fallen. Selbst der Weihnachtsmann bangt um seinen Job. Und es heißt ja: Angst essen Seele auf – deshalb muss man sie warm einpacken und gut schützen. Nur wer angemessen ausgerüstet ist, kommt durch den Frost.
Ohne Vollverpackung sollten Sie erst gar nicht das Haus verlassen. Dazu gehört erstens (und das sind sozusagen die Vorschriften aus Paris, Mailand, London und New York): gute Unterwäsche, am besten dreifach, bestehend aus Hotpants, Jogginghose und dicken Kniestrümpfen. Darüber mindestens zwei Kleider und viel Schafwolle, zum Beispiel in Form von zwei Rollkragenpullovern. Außerdem feste Lederstiefel mit Stulpen. Dann ein Hut. Ein richtig langer Strickschal. Und ein gefütterter wasserabweisender Mantel, am besten mit breitem Kragen. Schließlich ein Paar stabile Handschuhe und eine ziemlich große Tasche, in der mindestens eine Bettdecke und einige Brote Platz haben.
Fühlen Sie sich jetzt eingepackt wie ein Geschenk? Kleiden Sie sich doch mal wie eins. Kommen Sie jedenfalls wohlbehütet durch den Winter, und beschenken Sie Ihre frierenden Liebsten mit möglichst extravaganten Verpackungsideen aus der Werkstatt der großen Modedesigner.
Die Enthüllung der Bestandteile dieses vielschichtigen Outfits ist zu besichtigen hinter den nebenstehenden Links.
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- Quelle (c) DIE ZEIT 50/2002
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