Der Wald? Wie war das noch mal mit dem unverrückbaren deutschen Gedichtwald? Der „steht schwarz“, klassisch, „und schweiget“; wird einem steil die Höhe ausmessenden, ehrfurchtgebietenden Dom verglichen, in dem traurig, manchmal auch tranig, ein romantisches Post- oder Jagdhorn erschallt. Im deutschen Wald um 1900 legt sich der Wilhelminische Dichter-Hippie Peter Hille auf die faule Haut und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein: „Wie deine grüngoldnen Augen funkeln, / Wald, du moosiger Träumer!“ Vor dem Ersten Weltkrieg hat dann die große Stadt den Wald zum Schweigen gebracht – als großes Thema wird er aus dem deutschen Gedicht gedrängt.

Die Zivilisation kommt, der Wald muss weichen

Und wie steht es mit dem amerikanischen Wald? Den Wäldern im Nordosten der USA, in Neuengland? Die stehen im Wege – die müssen weg! Die Zivilisation kommt, und mit ihr die Kommunikationsmittel, der Telegraf und das Telefon – auch in die Wildnis. Das heißt aber: durch die Wildnis. Sie kommt zunächst in Gestalt der line-gang, eines Schneisen schlagenden „Kabeltrupps“. Diesen entschiedenen Vorgang, das entscheidende Vorgehen, ja planierende Vorstürmen gegen die Großmacht Natur, diese ungestüme, zutiefst amerikanische Pionierleistung – „Here comes the line-gang pioneering by“ – beschreibt der Amerikaner Robert Frost (1874 bis 1963) in seinem Gedicht:

The Line-Gang/Der Kabeltrupp

Da kommt der Kabeltrupp und bricht sich Bahn.