Alljährlich quälen die Malaria-Parasiten etwa zwei Millionen Kleinkinder zu Tode. Manche Menschen verfügen allerdings über einen genetischen Schutz gegen die Erreger. Bestimmte Mutationen im menschlichen Erbgut können das Wechselfieber entschärfen. Neben der Sichelzellenanämie, einer vererbten Deformation der roten Blutkörperchen, sind nun zwei weitere Mutationen entdeckt worden, die vor Malaria schützen.

Schon eine geringe Erbgutveränderung kann der Malaria den Schrecken nehmen. Das zeigt eine Studie an mehr als tausend afrikanischen Kindern, die in der Zeitschrift Lancet (Bd. 360, S.1468) veröffentlicht wurde. Bei der Mutation wird nur ein Baustein im Erbgut ausgetauscht. Dadurch produziert der Körper im Fall der Infektion mehr Stickstoffmonoxid (NO). Dieses einfache Gas spielt eine komplexe Rolle, wirkt als Neurotransmitter, entspannt die glatte Muskulatur und aktiviert die Mikrobenabwehr. Dadurch verhindert die erhöhte NO-Produktion irreversible Fieberschäden in Hirn und Blut.

Ein australisch-amerikanisches Forscherteam beschreibt nun in der Januarausgabe von Nature Medicine eine weitere Mutation mit Schutzwirkung gegen Malaria. Die Krankheit grassiert besonders heftig in den Küstenregionen von Papua-Neuguinea. Dort weist fast die Hälfte der Bevölkerung eine sonst sehr seltene Blutgruppe auf, sie ist „Gerbich negativ“. Die Träger sind vor tödlichen Attacken der Parasiten weitgehend geschützt. Typisch für die Blutgruppe ist ein verändertes Eiweiß auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Just dieses Molekül missbraucht der Parasit zum Eindringen in die Blutzellen, die er später zerstört (Foto). Der veränderte Rezeptor blockiert diesen Zugang.

Da beide Mutationen schützen, ohne ihre Träger krank zu machen, liefern sie Hinweise zur schonenden Malaria-Bekämpfung. Allerdings dürften neue Medikamente auf sich warten lassen. Trotz löblicher Anstrengungen fehlt das Geld.