Wenn sich berühmte Musiker zu einer so genannten Supergruppe zusammentun, haben sie ihre besten Zeiten in der Regel hinter sich und wollen bloß noch eins: Spaß haben, vorn mitspielen und Geld machen. Die Musik hält (fast) nie, was die großen Namen versprechen, klingt aber entspannt und gelegentlich altersweise. Bei Audioslave, den neuesten Giganten des US-Rock, verhält es sich ebenso - und doch ein wenig anders.

Bereits die Personalien sind mehr einem ungelösten Problem als freier Assoziation geschuldet. Über ein Jahr lang suchte die Polit-Rap-Rock-Band mit dem klingenden Namen Rage Against The Machine nach dem überraschenden Ausstieg ihres Frontmannes Zack de la Rocha vergeblich einen neuen Leadsänger. Chris Cornell wiederum, der ehemalige Sänger der Ende der neunziger Jahre aufgelösten Grunge-Band Soundgarden, fristete in seiner vielen freien Zeit das Dasein eines x-beliebigen Sängers und Songwriters. Die Zusammenarbeit, durch Vermittlung des Großproduzenten Rick Rubin zustande gekommen, verlief denn auch alles andere als reibungslos. Cornell bestand darauf, keinen Rap und vor allem keine politischen Texte singen zu müssen.

Seine neuen Kollegen wiederum mussten plötzlich melodiösen Gesangslinien folgen und ihren gewohnten Hauruck-Sound mit sanfteren Tönen anreichern.

Das schlicht Audioslave (Epic/Sony) betitelte Debüt hält aufs erste Hören nichts, was die Vergangenheit der Musiker verspricht. Kein Wüten gegen die Mechanismen der globalen Märkte, kein noch so zartes Aufbegehren, geschweige denn ein Zerhacken oder Aufrauen der Formen klassischen Rocks, wie es beide Ursprungsbands von unterschiedlichen Ecken des Rockuniversums aus betrieben.

Dafür ist das Album eine ernste, massive, humorfreie, aber in ihren restaurativen Zügen unverzickte und monumentale Angelegenheit geworden.

Audioslave orientieren sich an einer rockmusikalisch entlegenen Vergangenheit: an Led Zeppelin, Bombastrock, Klassikrock, am knödeligen Rockballadentum und anderen überwunden geglaubten Episoden der siebziger Jahre. Man zeigt, was man kann, bearbeitet filigran die Saiten und donnert an den richtigen Stellen in den Refrain. Show Me How To Live, singt Cornell dazu, oder auch: Light My Way, mehr wird nicht gegeben, weder Märtyrer- noch Revoluzzertum.

Die Selbstbeschränkung - "made by Guitar. Bass. Drums. And Vocals" steht in extragroßen Buchstaben im CD-Booklet geschrieben - fügt dem Genre nichts Neues hinzu, verspricht aber auch keine Revolutionen, die dann doch nicht eintreten. Das kann man zumindest ehrliches Handwerk nennen - what you hear is what you get. Wer dies anerkennt, findet Trost in der Gebetsmühle eines routinierten, fetten Riffs.