Welch ein Geburtsname: Deutscher Ausschuss für den Kampf gegen den Hunger.

Oberamtsdeutsch, sendungsfromm und so verstaubt wie die Ära Adenauer. Aber immerhin: Man wollte, nachdem die eigene Nachkriegsnot überwunden war, etwas tun gegen das Elend in der Welt. Und so wurde vor vierzig Jahren, am 14.

Dezember 1962, eine Hilfsorganisation gegründet. Sie begann ihre Arbeit in Indien, Peru und in jener Region Afrikas, die zum Inbegriff der Hungersnot werden sollte: Biafra.

Sieben Jahre nach der Gründung taufte sich der Ausschuss in Deutsche Welthungerhilfe um, und mit diesem Namen verbindet sich eine stolze Erfolgsgeschichte: 4600 Projekte in 70 Ländern mit einem Volumen von einer Milliarde Euro, zu gleichen Teilen finanziert durch Spenden und öffentliche Zuschüsse. Der private Verein unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Bundespräsidenten ist dabei stets dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe treu geblieben. Es geht nicht um milde Gaben, sondern um nachhaltigen Beistand, nicht um Kaloriengeschenke, sondern um Ernährungssicherung jenseits der akuten Nothilfe. Vor allem hat die Welthungerhilfe kritische Distanz zu den Mächtigen gewahrt und sich nicht gescheut, die wahren, oft hausgemachten Ursachen einer Katastrophe zu benennen. Das ist im karitativen Milliardengeschäft keineswegs selbstverständlich. Humanitäre Organisationen, die rastlos von Krise zu Krise hecheln und in die Falle der Allzuständigkeit tappen ("Wir schaffen die globale Armut ab!"), können eine Menge von der Welthungerhilfe lernen: Realismus, Professionalität, Effizienz.