Die Faszination von Pompeji ist ungebrochen, obwohl sich das Weltkulturerbe nach Angaben der Unesco in einem katastrophalen Zustand befindet. Von ehemals sechzig Häusern und Villen ist wegen Baufälligkeit nur noch ein Drittel für Besucher zugänglich, Fresken verblassen, Mosaike zerfallen. Dabei war die von den Lavamassen befreite römische Provinzstadt nach ihrer Restaurierung von beeindruckender Schönheit. Und so präsentiert ein prächtiger Bildband das wiedererstandene Pompeji als städtebauliches Gesamtkunstwerk. Fotos und Texte ergänzen sich auf hohem Niveau. Namhafte italienische Archäologen beschreiben das Leben in der antiken Stadt, das sich zwischen Tempeln und Thermen, Märkten und Wettkampfarenen abspielte – und in den freskengeschmückten Villen am Meer, denen jeweils eigene Kapitel gewidmet sind. Wen das echte Pompeji enttäuscht hat, kann sich von diesem Band trösten lassen. Das Bild aus der Casa dei Pittori al Lavorno zeigt Amoretten auf Zweispännern, von Ziegen gezogen.

Alfredo und Pio Foglia (Fotos), Filippo Coarelli (Herausgeber): Pompeji; Hirmer Verlag, München 2002; 405 Seiten, 128 Euro