Die Familie, die im Auftrag des Fernsehens einen Schwarzwälder Bauernhof bewirtschaften muss, verdient unser ganzes Mitleid. Denn sie arbeitet zwar zu Bedingungen einer Zeit, die 100 Jahre zurückliegt, aber nicht mit dem Kenntnisstand der Zeit. Ein Schwarzwälder Bauer vor 100 Jahren hätte keine Schwierigkeit gehabt, ein Schwein ins Haus hinein- oder wieder hinauszukomplimentieren. Für uns Heutige sieht das ganz anders aus; da wird das Schwein und wie man es recht begreift zu einem Problem, das schnell die Schwierigkeiten mit dem Menschen übersteigt. Es ist ein moderner Irrtum, dass Wissen akkumuliert werde; in Wahrheit wird es, kaum erworben, sogleich wieder abgebaut. Wir hätten sogar Probleme, allein schon 60 Jahre zurückzugehen und wieder in jenes U-Boot zu steigen, das in dem Film von Wolfgang Petersen seine Schrecken entfaltet. Aber gemach! Das Fernsehen, dem man zu Unrecht nachsagt, die Wirklichkeit zu schönen, könnte mühelos dem U-Boot-Problem zu einer Wirklichkeit verhelfen, die durch moderne Ungeschicklichkeit an Grauen noch gewinnt. Denken wir uns nur eine von RTL angeheuerte Mannschaft, die den alten U-Boot-Bunker an der französischen Kanalküste aufsuchen muss, um in ein notdürftig renoviertes UVII zu klettern, das auf dem Atlantik Handelsschiffe versenken soll, Öltanker beispielsweise. Und dann die Schweinerei, wenn es gelingt! Wer soll die Versicherung bezahlen? Oder die Blamage, wenn es nicht gelingt? Wer soll die Mannschaft trösten? Großadmiral Dönitz etwa? Selbst wenn es gelänge, aus seinem Leichnam einen Klon zu schaffen (vielleicht mithilfe Doktor Antinoris, jenes berühmten Mediziners aus der Achsenmacht Italien), würde der Dönitz-Klon doch sofort begreifen, dass die Tele-Mannschaft sogar zu blöd ist, ihr Boot aus einem Trawlernetz zu befreien. Die Deutschen würden schon bei dem Fernsehexperiment versagen, an ihre militärischen Katastrophen anzuknüpfen. Politisch wäre eine solche Demonstration allerdings hilfreich. Mr Bush würde einsehen, dass er besser keine Soldaten bei uns anfordert, und Herr Schröder wäre mit seiner Rede vom deutschen Weg ins Recht gesetzt. Dieser Weg führt nämlich in keinen Krieg mehr, sondern nur noch in die Katastrophen, die das Fernsehen zur Unterhaltung des deutschen Michels inszeniert. Mit Blut und Boden insbesondere (siehe das Debakel im Schwarzwald) ist längst Finis