In der ZEIT vom 21. November 2002 schrieb Henning Sußebach von einer Reise zu den Sternen: Er begleitete den Rentner Johannes Dressel aus Berlin-Pankow nach Sindelfingen, wo der 68-Jährige den ersten Mercedes seines Lebens in Empfang nahm. Ein kleines C-Klasse-Sportcoupé, ein Stück Status für 30 000 Euro, Belohnung für ein arbeitsreiches Leben. Im Abholcenter war Dressel einer von Hunderten Kunden, für die Mercedes täglich die Übergabe inszeniert: sehr feierlich, sehr würdevoll - fast, als gehe es um mehr als nur ein Auto. Nach Werksführung und einstündiger Einweisung in technische Raffinessen und elektronische Details fuhr Dressel schließlich los, zurück in Richtung Berlin - und kam nach 200 Kilometern in der Realität an. Das Display meldete: Nummernschild-Beleuchtung hinten defekt. Das polizeiliche Kennzeichen im Dunkeln! Drei Tage stand das neue Auto in der Werkstatt, und derweil verpuffte der Mythos Mercedes. Für Herrn Dressel zumindest.