Gewimmel im Ozean.

Merkwürdig, dass SAR11 erst 1990 entdeckt wurde. Denn so zahlreich wie dieser Bakterienstamm ist kein Lebewesen auf der Erde. SAR11 lebt im Oberflächenwasser der Ozeane, aber auch noch in 3000 Meter Tiefe. Nach Messungen im Atlantik (Sargassosee) haben der Mikrobiologe Robert Morris und seine Kollegen nun die Zahl der Meeresbazillen berechnet (Nature, Bd. 420, S.

806). Bis zu 50 Prozent aller marinen Mikroben gehören dem SAR11-Geschlecht an. Nach Hochrechnungen der Forscher leben in den Weltmeeren 24 Quadrilliarden, also 24 000 000 000 000 000 000 000 000 000 SAR11-Zellen.

Damit, behauptet Morris, sei der Meeresbewohner "einer der erfolgreichsten Organismen der Erde".

Erratum.

In dem Artikel Die rettende Amputation (ZEIT Nr. 43/2002) schrieben wir anlässlich eines Gutachtens zur Neustrukturierung der Berliner Universitätskliniken: "Just am Abend der Kommissionsveröffentlichung wurde im TV-Magazin WISO gegen Motzkus der Verdacht der Vorteilsnahme laut. Der umtriebige Verwaltungsdirektor soll eine Reihe von Firmen gegründet haben, von denen er dann wieder als Berater angeheuert wurde. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Korruptionsverdacht." Hier ist die Redaktion falsch informiert worden. Das Ermittlungsverfahren gegen Herrn Motzkus wurde am 16. 10. 2002 eingeleitet und am selben Tag wegen Verfolgungsverjährung eingestellt. Herr Motzkus hat keine Firma gegründet, von der er als Berater angeheuert wurde. Derartige Vorwürfe waren auch nicht Gegenstand des "Ermittlungsverfahrens".