Bevor der Bundestag sich veranlasst sieht, den Crashkurs und die daraus folgende Selbstbehinderung im Interesse des Gemeinwohls durch eine Große Koalition zu beenden, sollten Regierung und Opposition es noch einmal mit einem Verhalten frei nach der Goldenen Regel und dem Kantschen Kategorischen Imperativ versuchen:

"Du, Regierung, behandle die Opposition so, wie du behandelt werden möchtest, wenn du einmal wieder in der Opposition bist. Und du, Opposition, behandle die Regierung so, wie du behandelt werden möchtest, wenn du wieder die Regierung stellst."

Prof. Klaus Tipke, Köln

Ihr Vorschlag, eine Große Koalition zu errichten, um den Reformstau aufzulösen, ist ein zweischneidiges Schwert. Als Österreicher habe ich schon einige Erfahrung damit. Eine Große Koalition kann auch dazu führen, dass die Verfassung nach Belieben geändert und Postenschacher in Reinkultur betrieben wird. Einer der wichtigsten Faktoren aber: Extreme Protestparteien wie die FP, LPF (Liste Pim Fortuyn) oder der Front National bekommen eine Chance, an Bedeutung zu gewinnen. In Deutschland waren sie bislang zum Glück chancenlos.

Dass es keinen Automatismus gibt, der besagt, dass Große Koalitionen Reformen vollziehen, das beweisen obige Beispiele ebenso.

Nikolas Sebastian Meister Schüler, 18 Jahre Kammer a. A.