Eine Off-Stimme fasst die Geschichte zu Beginn in zwei Sätzen zusammen: "Der Pate ging zum Zahnarzt. In den zwei Stunden, in denen er fort war, wurde ein Yakuza in die Hölle geschickt." Immer wieder ist es in Takashi Miikes Filmen die Irrationalität seiner Figuren und ihrer scheinbar unberechenbaren Handlungen, die die Geschichte in Bewegung setzt. Wie Shakespearesche Helden treiben sie in sinnloser (Selbst-)Zerstörungswut ihrem Schicksal entgegen, und ihr Regisseur besitzt keineswegs den Anstand, dieser Ohnmacht den Schrecken zu nehmen. In Graveyard of Honor reicht ein kleiner Fehler, eigentlich ein lächerliches Missverständnis, um den Helden auf eine Gewaltodyssee zu schicken, die selbst in der Geschichte des japanischen Gangsterfilms beispiellos ist - und natürlich nur auf dem Friedhof der Ehre enden kann. Die Bilder sind schlicht und kaum ausgeleuchtet, nur die Gewaltausbrüche stechen aus der sehr disziplinierten Noir-Ästhetik hervor.

Nach seinen stilistischen Film-, Video- und Animationsexperimenten reduziert Miike alle filmischen Mittel auf einen pathologischen Nihilismus. Der einzige Lacher überkommt den Yakuza am Ende seines Lebens: "Was für Witz, dreißig Jahre Hölle auf Erden."