Peter Schössow: Popinga wartet

Popinga kauft ein

Carlsen Verlag, Hamburg 2002

je 20 S., je 8,90 e (ab 3 Jahren)

Schmales Hochformat, stabile Pappseiten und leuchtende Farben bilden den Rahmen für einen Newcomer der Bilderbuchszene. Sein Name: Popinga. Er ist der Antiheld, eine Witzfigur, einer, der allein durch sein Äußeres das Lächeln auf seiner Seite hat: eine Bohnenstange, hoch aufgeschossen, mit Hohlkreuz und viel zu langen Beinen, auf dem Kopf thront der doppelstöckige Zylinder.

Nichts geschieht in den beiden Bänden, die zeitgleich erschienen sind, woraus man eine Geschichte machen könnte: Warten an einer Bushaltestelle, Einkaufen in einem Modegeschäft. Das ist alles. Der Platz vor der Bushaltestelle füllt sich von Seite zu Seite. Popinga steht und sieht sich die Leute an, die nach und nach eintrudeln, eine illustre Gesellschaft aus herrlich karikierten Typen. Die Überraschung kommt mit der Schlusspointe, wenn der Bus abgefahren ist und der wahre Grund für Popingas Warten auftaucht. Im zweiten Band führt der schräge Held eine groteske Garderobennummer vor. Er greift nach violetten Schuhen und blauen Shorts, gelbem T-Shirt und grüner Mütze. Und auch hier löst das Schlussbild das Rätsel der Geschmacksverirrung. Peter Schössows lakonischer Witz und seine Fähigkeit zum szenischen Ablauf kleiner Ereignisse in Stummfilm-Manier benötigen kaum Text. Popinga könnte sich mit seinem schrulligen, marktuntypischen Image zu einem Serienhelden mausern, vorausgesetzt, auch Kinder finden sich mit ihrem Verständnis von Komik in dem trockenen Humor des Cartoonisten wieder.