Beim Papstbesuch trug sie Schwarz. Für Nikita Chruschtschow Pink und Pailletten. Und als die Amerikanerin in Paris weilte, entzückte sie Charles de Gaulle in einem rosa-weißen Traum. Legendäre Auftritte, die Jacqueline Kennedy da vor den Augen der Welt hinlegte. Sie wurde verehrt wie ein Popstar, galt in den vermufften frühen Sechzigern als Verkörperung von Kultiviertheit, Grazie und Eleganz. Und sie war eine Trendsetterin, als es den Begriff noch gar nicht gab. Tausendfach kopierten Frauen ihren unverwechselbaren Stil, trugen jenes winzige Pillbox-Hütchen, das im Nacken geknotete Kopftuch, die Kaschmir-Twinsets, Tweed-Komplets. Das Pariser Musée de la Mode et du Textile erlaubt Bewunderern jetzt einen Blick in den Kleiderschrank der schicksten First Lady aller Zeiten. Zu sehen sind 70 ausgewählte Originalstücke wie die himmelblaue Robe von Oleg Cassini (unser Bild), Kostüme und Accessoires von erstaunlich zeitloser Schönheit. "Mode", sagte Oscar Wilde, "ist so unerträglich hässlich, dass wir sie alle Halbjahre ändern müssen." Jackies Stil hat überlebt.

The White House Years. Bis zum 16. März 2003 im Musée de la Mode et du Textile, 107, rue de Rivoli, Paris
Geöffnet Di–Fr 11–18 Uhr, Sa und So 10–18 Uhr, Eintritt 8,25 Euro
Auskunft: Tel. 0033-1/44555750, Internet: www.ucad.fr