Wir vermuten schon lange, dass Schwarz-Grün das schickere politische Modell wäre, gerade in schäbigen Zeiten. Besserwisser wandten bisher ein, die kulturellen Differenzen zwischen beiden Parteien seien unüberwindbar.

Schnickschnack! Stratege Meyer (CDU) hat jetzt eine Sprachregelung gefunden, die ganz neue Kommunikationsmöglichkeiten ahnen lässt. "Frust muss raus, damit er sich abbaut", sagte er verständnisvoll zu den bitteren Klagen, die Friedrich Merz über seine Parteichefin Angela Merkel vorbrachte.

Ist das keine Einladung? Auf dieser Grundlage scheint die Einrichtung einer pädagogischen Wohngemeinschaft für den CDU-Fraktionsvize Merz und die Grünen Oswald Metzger ("Ich habe meinen Lieblingsjob verloren, aber ich scheide nicht in Bitterkeit"), Claudia Roth ("Ich liebe diese Partei genau so, wie sie ist") und Fritz Kuhn ("Wir müssen die Bitterkeit der nächsten Jahre zu unserer Sache machen") geradezu zwingend.

Dort könnte im Gruppengespräch genau jene Sensibilität eingeübt werden, die wir in diesen Tagen brauchen werden: um auf den Frust solcher Bürger einzugehen, die die anstehenden Grausamkeiten und die absolut notwendigen Kürzungen bei den Sozialausgaben irgendwie auf sich beziehen. Die SPD wäre zu dieser Art von einfühlsamem Frustabbau nie in der Lage: Ihr Generalsekretär Scholz läuft herum und sagt den Leuten total taktlos: "Wir müssen jetzt tapfer sein."