Ich habe einen TraumSeite 2/2
Ich schaue zum Himmel und male mir aus Wolken meinen Bruder, wie er auf mich herabsieht wie ein guter Geist. Ich weiß, dass er da ist, sonst hätte ich im Leben nicht so viel Glück gehabt.
Seine Energie habe ich mir so oft herbeigewünscht, dass sie real vorhanden scheint. Wenn man intensiv träumt und der Fantasie Raum lässt, dann kann man alles haben. Selbst der Neid auf materielle Dinge kann verfliegen. Außerdem hat Dr. med. Schöneberger natürlich alles, was seiner Schwester fehlt, und ich kann ihm einfach die Bude ausräumen, ich plündere sein Konto, borge mir, ohne ihn zu fragen, seinen Porsche, fische mit seiner Angel die viel größeren Hechte und verlange anschließend nach Absolution. Mein Bruder nähme mir die Beichte ab – und würde mir anschließend die Freundschaft kündigen. Genau: Um meinen Bruder kämpfen, ihn tränenreich in stundenlangen Telefonaten um Verzeihung bitten… Mein erstes Kind braucht unbedingt einen Bruder. Aber schaffe ich wirklich zwei Kinder?
*Jetzt sind die Leben-Träume auch als Buch erhältlich: »Ich habe einen Traum. Das Beste aus der Leben-Serie«; Verlag Kiepenheuer & Witsch; 18,90 Euro
- Datum 23.12.2002 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 01/2003
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