Vom Killeraffen zum Kulturbanausen

Was wir über unsere Herkunft wissen. Der Paläoanthropologe Phillip Tobias zieht Bilanz nach hundert Jahren Urmenschenforschung

Die Hominidenfunde der letzten 2 Jahre, wie z.B. der knapp 7 Millionen Jahre alte Sahelanthropus tchadensis in Ostafrika, seien revolutionär und folgenschwer, sagt der Paläoanthropologe Phillip Tobias. Die Funde deuten darauf hin, dass die Zeitrechnung für Hominiden um 5 bis 8 Millionen Jahre weiter zurückdatiert werden muss. Das zeigt auch eine Analyse von schwedischen Molekularbiologen von der Universiät Lund. Zum aufrechten Gang weiß Tobias zu berichten, dass dieser neueren Untersuchungen zufolge mit dem Leben im Wald zusammenhing, wo die Primaten auf Ästen aufrecht liefen. Bei einigen Populationen ließen genetische Mutationen ein besser austariertes Skelett für die zweibeinige Fortbewegung auf dem Boden entstehen. Die Umstrukturierung des Beckens für den aufrechten Gang sei, so der Wissenschaftler, eine der größten Meisterleistungen an Bio-Engineering, die die Natur je hervorgebracht hat. Seit 100 000 Jahren hat es beim Menschen zwar kaum anatomisch Veränderungen gegeben, sagt Tobias, das Überleben der Menscheit erfordere in Zukunft aber grosse psychische und spirituelle Änderungen.

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  • Quelle (c) DIE ZEIT 01/2003
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