Schrecklich gern hätten wir vor Schreckensherrschern wie Saddam, Kim oder Mugabe unsere Ruhe

indes, es fehlt zwischen Kuschen und Krieg der dritte Weg. Den hat gerade die Boston University (B. U.) vorgezeichnet - mit ihrem "African Presidents in Residence Program". Denn solche Potentaten wissen nie, wohin nach dem Abgang

sie denken immer nur an das Schicksal von Ceausescu oder, kaum angenehmer, von Idi Amin, der sein Exil im alkoholfreien Saudi-Arabien verbringt.

Der erste resident ist Kenneth Kaunda von Sambia, der sich gewiss der verlorenen Wahl nur gebeugt hat, weil ihn in Boston ein feines Stipendium und eine herrschaftliche Wohnung erwarteten. Dazu Talkshows und Vortragsreisen.

Der nächste logische Kandidat wäre Alexander Lukaschenko von Weißrussland, der letzte Diktator Europas. Aber dringender wären Saddam und Kim Jong Il.

Der Iraker könnte einen Kurs über Wohnpsychologie abhalten: "33 Paläste und kein Zuhause", der Koreaner, der 25 000 Filme besitzt, ein Seminar über den koreanischen Autorenfilm. Autorenfilm? Deutsche Filmkritiker würden zuhauf nach Boston fliegen.

Apropos: Auch hier gibt es viele Politiker, die sich nicht so verzweifelt an der Macht festkrallen würden, wenn ihnen ein Stipendium aus Boston winkte.