Selten hat mich ein Artikel Ihrer Zeitung so unmittelbar angesprochen.

Und zum ersten Mal fand ich mich in Gedanken geschwisterlich vereint mit einem gläubigen Muslim.

Was mich am meisten berührte, war, dass sich einige seiner Gedankengänge ohne Transformation auf unser hiesiges "religiöses Leben" übertragen lassen, zum Beispiel seine Kritik an der kirchlichen Hierarchie. Auch bei uns haben die katholischen Würdenträger (eigentlich wollte ich eher "Machtträger" schreiben) Angst davor, dass die Gläubigen, insbesondere die Frauen, selber zu denken anfangen und ihren Beitrag zur spirituellen Transzendenz leisten.

Bei uns gibt es zwar kein Kopftuchgebot, aber dafür wird Frauen ein unsichtbarer Maulkorb verpasst.

Hier kann ich nur die Forderung von Haschem Aghadscheri aufnehmen: "Der heutige Islam muss ein anderer sein. In allen Lebensbereichen müssen wir ein neues Verständnis des Islam entwickeln", nur dass statt "Islam" "Christentum" eingesetzt werden müsste. Es wäre unsere vordringlichste Aufgabe als Christen, hier mit einem positiven, ansteckenden Beispiel vorauszugehen!

Maria Damm-Klein Koblenz