Verfolgen ARD und ZDF seit dem Jahreswechsel eine härtere Gangart? Das behauptet der erfolgreiche TV-Produzent Nico Hofmann (Der Tunnel, Sat.1). Der zweite Teil seiner jüngsten Arbeit Eine Liebe in Afrika mit Heiner Lauterbach in der Hauptrolle läuft am morgigen Freitag in der ARD. Hofmann sagt, für den Sendeplatz um 20.15 Uhr verlangten die Öffentlich-Rechtlichen, "dass Fernsehspiele fünf Millionen Zuschauer erreichen können. Sonst werden sie nicht produziert. Einige hoch künstlerische Projekte wurden schon abgesagt."

Die genannte Zuschauerzahl liegt etwas über der durchschnittlichen Quote von ARD und ZDF (rund 14 Prozent) auf diesen Sendeplätzen. Dem Vorwurf einer härteren Programmpolitik entgegnet Jürgen Kellermeier, Koordinator Fernsehspiel in der ARD: "Diese Zahl ist völlig falsch. Die Akzeptanz der Fernsehspiele soll über das Jahr gesehen den Gesamtdurchschnitt der ARD erreichen. Nicht jeder einzelne Film." Relevanz des Themas und die filmische Verwirklichung zählten wie bisher. Gleichzeitig sagt Gebhard Henke, Fernsehfilmchef des Westdeutschen Rundfunks: Weil das Geld in der ARD knapp sei, müsse "über jeden Euro, den man ausgibt, mehr diskutiert werden". Dazu passt eine zweite Entwicklung, von der Produzent Hofmann erzählt: "Gagen, auch für Fernsehstars, sinken derzeit um 30 bis 40 Prozent."