Die bösen Dosen kommen aus Polen. Das jedenfalls behaupten Deutschlands Dosenpfand-Experten, die an diesem Freitag über die besten und sichersten Pfandsysteme der Welt abstimmen werden. Leere polnische Dosen, so das Bedrohungsszenario, werden von kriminellen Banden über die Oder verschleppt und zu Tausenden in deutsche Automaten gesteckt. Der ehrliche deutsche Mülltrenner wird um Millionen Euro betrogen.

Doch Rettung naht. High-Tech soll den Megabetrug verhindern. Vier Systeme stehen zur Wahl: So möchte die Deutsche Pfand AG jede Dose in einer gesicherten Datenbank speichern. Die Sammelbehälter werden mit Antennen bestückt. Bei jedem Einwurf prüfen sie über Funk die Legitimität der Büchse.

"Die Dose wird individuell", schwärmt die Firma.

Die Dose wird intelligent, lautet dagegen die Alternative der Kölner Trinkpack AG. Auf der Außenhaut klebt eine fälschungssichere Marke der Bundesdruckerei. Bei Rückgabe wird sie vom Automaten entwertet. Die Dose weiß selbst, was sie wert ist.

Von Videojet kommt die Stasi-Dose. Mit unsichtbarer UV-Tinte sollen Hersteller einen Code neben das Haltbarkeitsdatum sprühen. Intensives Licht im Automaten (und das Sonnenlicht am Strand, lästert die Konkurrenz) zerstört den Code, sodass die Dose nicht ein zweites Mal eingelöst werden kann.

Schließlich gibt es noch die tätowierte Dose von Tomra. Sie trägt auf dem Deckel ein Punktemuster. Die Automaten rastern die Punkte, scannen außerdem den Strichcode, fotografieren die Hülle, prüfen das Gewicht und erkennen das Material. Und wenn aus alldem folgt: Ich bin eine deutsche Dose, stampfen sie das Blech zusammen.

Sage noch einer, in Deutschland gebe es keine Innovation! Der Abfall treibt unsere Ingenieure zu Höchstleistungen an: Müll, der uns Hoffnung macht.