"Rrr. Oh. Mh" - manche Grundschüler lernen so langsam lesen, dass ihre Eltern Panik bekommen: Während die meisten Klassenkameraden "Rom" längst zurückgelassen haben und sich bereits nach "Ottawa" durchschlagen könnten, bleibt die italienische Hauptstadt für andere erst einmal "Rrr. Oh. Mh". Mit langen, bedeutungsschwangeren Pausen zwischen den einzelnen Buchstaben.

Irgendwann taucht sie auf im Kopf der Eltern, die beängstigende Frage: Ist mein Sohn nur ein Spätzünder, oder hat er eine Leseschwäche? Anderen bleibt zwar der Kampf um Rom erspart, doch dafür begreift ihr Kind die Schule vom ersten Tag an als Einrichtung, in der man Digimon-Karten und Pausenbrote tauscht. "Der unternehmungslustige Schüler", steht dann im Zeugnis des Digimon-Experten, "war bemüht, dem Unterricht zu folgen." Egal welche Schule, welches Kind, welche Eltern aufeinander treffen - vom ersten Schultag an tun sich neue, ungeahnte Probleme auf. Mit dem Grundschulratgeber Schule leicht gemacht wollen die Autoren Eltern, Kindern und Lehrern helfen, diese Schwierigkeiten zu meistern: zum Beispiel mit Tipps zur Bewältigung von Prüfungsangst, zum richtigen Zeitpunkt für die Einschulung und zu Problemen hoch begabter Kinder, aber auch mit Strategien gegen Mobbing. Weitere Kapitel behandeln Themen wie Fremdsprachenunterricht und den Umgang deutscher und ausländischer Kinder untereinander. Aufgelockert wird die Lektüre durch Anekdoten und Sprüche der drei betroffenen Gruppen: Schüler, Lehrer und Eltern. So ist Schule leicht gemacht ein umfassender, amüsant und flüssig zu lesender Ratgeber, der in vielen Situationen helfen kann. Überängstliche Eltern könnte das Buch allerdings auf einige - nicht ganz so gravierende - Schwierigkeiten erst aufmerksam machen und damit unnötig verunsichern.

Michael Appel, Frauke Schubel, Renate Zwiefelhofer:

Schule leicht gemacht

Der praktische Grundschulratgeber für Eltern

Herbig Verlagsbuchhandlung München 2002

336 S., 19,90 e