Die Wahl war schnell gelaufen. Der Kandidat, das konnte nun niemand bestreiten, versteht etwas von seinem künftigen Geschäft. Aus alter Gewohnheit lässt er hin und wieder foltern, entführen und exekutieren.

Renitente Bürger sperrt er ins Gefängnis, gern ohne Verteidigung und Gerichtsurteil. Ein Parlament musste das Volk in den vergangenen 34 Jahren nicht wählen, es regiert ja direkt, per Volkskomitee und Volkskongress. Warum sollte es seine Macht mit politischen Parteien teilen? Vernünftigerweise sind sie verboten.

Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit, eine unabhängige Justiz - du liebe Güte, wir sind doch nicht "die Schweiz oder Dänemark", wie der Sohn des Chefs bemerkt. Nein, wir sind in der Sozialistischen Libysch-Arabischen Volks-Dschamahirja, und die übernimmt nun für ein Jahr den Vorsitz der UN-Menschenrechtskommission.

Großartig! Nie hat Muammar al-Ghaddafi UN-Menschenrechtsbeobachter in sein Land gelassen. Die Europäer, diese Helden, haben sich der Stimme enthalten

sie wollten das Arbeitsklima nicht belasten. Prima Klima, prima Wahl. Herr Oberst, übernehmen Sie!