Der Nationale Ethikrat diskutiert an diesem Donnerstag abschließend, ob und unter welchen Bedingungen die Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland angewendet werden soll. Die PID ist ein Verfahren, mit dem künstlich gezeugte Embryonen vor der Übertragung in die Gebärmutter auf Defekte getestet werden können. Neben einer generellen Ablehnung der PID ist die Option auf drei Anwendungen des Verfahrens denkbar:

l Qualitätsprüfung von Embryonen

Durch Chromosomenanalysen werden Embryonen selektiert, die die besten Entwicklungschancen haben. So werden Mehrlingsschwangerschaften vermieden und die Erfolgsraten der künstlichen Befruchtung verbessert.

l Vermeidung genetisch bedingter Aborte

Wiederholte Fehlgeburten kommen oft durch eine Chromosomenstörung zustande, die bereits für den Fötus tödlich ist. Durch PID können Embryonen ausgewählt werden, die diese Störung nicht geerbt haben und daher normale Entwicklungschancen besitzen.

l Frühdiagnose von Erbkrankheiten

Durch Gentests an einer Zelle des Embryos können schwere Erbkrankheiten bereits vor der Einpflanzung in die Gebärmutter erkannt und gesunde Embryonen ausgewählt werden.