Die Verfasserin der Rezension meines Buches Mißachtung und Tabu. Eine Streitschrift zur Frage "Wie antisemitisch war die Gruppe 47?" behauptet, es gebe ein "Diktum" Hans Werner Richters "vom ,moralischen, geistigen und literarischen Massaker' der Jahre bis 1945, das [gemeint ist das ,Diktum'] Briegleb als Verleugnung des physischen Massakers an den Juden gilt". Alle drei in diesem grobklotzigen Satzgebilde enthaltenen Teilbehauptungen sind unwahr. Weder gibt es die Formulierung "moralisches, geistiges und literarisches Massaker" bei Richter, noch habe ich eine solche Formulierung zitiert oder gebraucht, noch kann sie mir deshalb als Richters "Verleugnung des physischen Massakers an den Juden" gelten. Wahr ist: Eine solche "Verleugnung" ist an keiner Stelle im Buch niedergeschrieben oder nahe gelegt. Die Verfasserin unterstellt mir, aus einem von ihr erfundenen Richter-Zitat das von ihr ebenfalls erfundene Urteil über Richter, er habe die "physischen Massaker an den Juden" geleugnet, abgeleitet zu haben.

Die Rezension schweigt über das Schweigen der Gruppe 47 zum deutschen Antisemitismus nach der Shoah und will dem im Buch vorgelegten Belegmaterial "gerecht" werden, indem sie es ebenfalls verschweigt.

Prof. Klaus Briegleb Berlin