Es wird uns Zuschauern warm ums Herz, wenn wir den Bundeskanzler endlich wieder mit den Arbeitgebern scherzen sehen. Auch die Top-Gewerkschafter schlagen Schröders Hand nicht aus. Alle schmieden mit - am neuen Bündnis für Arbeit. Schön, dass die harten Kerle miteinander reden. Das Gespräch ist doch stets ein Anfang, oder?

Nein, in diesem Fall ist es das Ende des Reformeifers. Kaum zeigt die Bundesregierung ein wenig Tatendrang, kaum tritt Superminister Wolfgang Clement aufs Gas, da wollen die Funktionäre schon wieder dabei sein - aus einem ganz einfachen Grund: Der deutsche Konsens soll wieder herrschen - aber nicht zwischen den Bürgern, sondern zwischen den Cheflobbyisten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wie der aussieht, lehrt die Erfahrung: Jede noch so kleine Revolution wird zerredet und zermahlen. Schon Clements bescheidener Versuch, Unternehmen mit fünf bis zehn Mitarbeitern das Kündigen zu erleichtern, war zu viel für diese Runde. Prompt kommen die Kompromissvorschläge.

Der Superminister will doch sonst alle möglichen Hemmnisse für die Volkswirtschaft abschaffen - warum dann nicht auch endlich dieses Bündnis gegen Arbeit?