"Schülerreisen verkommen zum Pauschaltourismus", wetterte das Nachrichtenmagazin "Focus", der pädagogische Auftrag sei nur noch Nebensache. Sind Klassenfahrten heute reine Spaßtouren?

Nein, das sind sie nicht. Jede Klassenreise hat pädagogische Aspekte. Der wesentliche ist, dass Schüler sich in einer anderen Lebenssituation gegenseitig kennen lernen. Natürlich versuchen die Lehrer, Bildungsziele erlebnisorientiert zu vermitteln. Aber was ist dagegen zu sagen, wenn die Schüler Spaß haben, Sport machen und Spiele?

Schüler feiern auf Klassenreisen gern die Nächte durch. Das Kultur- und Bildungsprogramm am nächsten Tag bleibt da wohl auf der Strecke.

Je älter die Schüler sind, desto mehr unternehmen sie nachts allein. Es ist die Aufgabe des Lehrers, diesen Schülern zu vermitteln, dass auch der Tag Interessantes zu bieten hat.

Früher organisierten Lehrer die Klassenfahrt allein, es ging mit dem klapprigen Bus nach Hamburg, geschlafen wurde in der spartanischen Jugendherberge. Heute übernehmen Lehrer Angebote kommerzieller Schulreiseveranstalter.

Ja, das ist seit zehn Jahren so. Neben den klassischen gemeinnützigen Anbietern haben sich viele Reiseveranstalter vor allem in den neuen Bundesländern auf Fahrten für Schulklassen spezialisiert.

Welches sind die beliebtesten Klassenziele?