Herbert Bog ist Urologe in Rostock. Zu Zeiten der DDR arbeitete er als Oberarzt in einer der beiden Kliniken der Stadt. Als nach der Wende klar wurde, dass nur eine von beiden überleben würde, hat er seine eigene Praxis aufgemacht. Eigentlich könnte er stolz sein, denn er hat es geschafft und behandelt 1800 Patienten im Quartal. Doch wenn darüber diskutiert wird, dass heute, nur zehn Jahre später, die Fachärzte wieder in Kliniken angesiedelt werden müssten, weil die vielen Maschinen für einzelne Praxen zu teuer sind, wird er plötzlich sehr müde. "Ich will nur in Ruhe an meinen Patienten arbeiten können", sagt Bog dann. "Was mich stresst, ist die Bürokratie, mit den Honoraren, die auf und ab gehen, obwohl die Arbeit stetig mehr wird." In dieser Stimmung denkt er manchmal laut nach: "Mal sehen, ob ich bis 65 durchhalte." Und: "Wenn ich finanziell unabhängig wäre, würde ich aufhören." Doch erst muss er seine Praxis abzahlen. hof