Hannover

Wer sich aufmacht, den Krieg in Hannover zu finden, der muss lange suchen. Am 2. Februar gehe es um Niedersachsen, hatte die SPD inseriert, "und Deutschlands Nein zum Krieg". Es ist friedlich in Hannover: Das Volk vergnügt sich beim Eishockey. 2 : 1 für die Scorpions gegen die Augsburger Panther.

Ein Sieg, Gott sei Dank. Kein Krieg in Sicht.

Am nächsten Morgen wird ein anderer Kampf gekämpft. T-Shirts im Militär-Look, angeblich der letzte Schrei, gehen da gar nicht

das Publikum ist mittleren Alters und weiblich. Schwarz oder Rot, lautet die Frage, und die Antwort heißt - beide. Der Winterschlussverkauf hat begonnen. Seit acht Uhr tun die Hannoveranerinnen das, was ihre Landesväter auch tun müssten: Sie sparen, was das Zeug hält. An die Wahl wird erst hinterher wieder gedacht, bei Torte im Café Kröpcke. Manöverkritik nach dem Kandidaten-Duell Wulff contra Gabriel: "Ich würd ja für den Gabriel stimmen, weil ich eigentlich sozialdemokratisch bin", sagt eine der vier Damen am Ecktisch. "Aber was soll man von einem halten, der immer rumspringt wie ein HB-Männchen? Der Gabriel sagt was, dann kommt der Schröder und gibt ihm eins auf die Mütze - und das war's!" Die anderen Damen nicken. Der Herr Wulff, das sei eine gute Wahl, ernsthaft und solide. Und der Irak-Krieg? "Da sind wir dagegen, natürlich. Aber darüber wird ja wohl nicht in Hannover entschieden." Armer Gabriel!

"Es ist schlecht, dass der Irak-Krieg überhaupt zum Thema im Wahlkampf gemacht wurde", sagt Ines Oppermann. "Die sollten sich lieber um Themen kümmern, die sie beackern können." Die 36-jährige PR-Referentin sorgt sich seit ein paar Tagen vor allem um eines: ihr Töchterchen Charlotte. Jeder Krieg ist fern, an diesem friedlichen Ort - der Entbindungsstation im Klinikum Oststadt. Die Welt - wie hinter einem Schleier. "Aber auch durch den Schleier sehe ich die Arroganz der Amerikaner, und sie ärgert mich", sagt Ines Oppermann. Doch mit der Landtagswahl habe das nicht das Geringste zu tun. Ihr sei besonders wichtig, dass "der soziale Gedanke erhalten" bleibe.

"Nur zu sagen: Wir können es besser, aber nicht zu verraten, wie, das dürfte als Antwort kaum reichen." So schlecht sei die Politik der Landesregierung gar nicht gewesen, sie habe sich nur schlecht verkauft und werde schlecht geredet, lautet das Urteil der PR-Frau.