Wer Kabelfernsehen schaut, wird sich demnächst auf einer kleinen Insel wiederfinden. Eilande werden entstehen, die sich zwar ähnlich sehen, aber doch nicht gleichen. Das ist eine gute Nachricht, denn vor kurzem sah es nicht so aus, als hätte das TV-Kabel überhaupt eine Zukunft. Was ist passiert? Die Deutsche Telekom hat am Dienstag endlich ihr Kabelnetz in 13 Bundesländern für 1,725 Milliarden Euro an drei amerikanische Finanzinvestoren (Apax Partners, Goldman Sachs, Providence Equity) verkauft. Wenn Brüssel zustimmt, kann die Inselbildung losgehen.

Heute sieht die Landkarte so aus: Die 18 Millionen deutschen Kabelkunden haben rund 30 analoge plus ein paar digitale Kanäle zur Auswahl. In Hessen oder Nordrhein-Westfalen hat man mit privaten Investoren schon Erfahrung, dort verkaufte die Telekom früh. Die Neuen wollten das Kabel flächendeckend zu einer multimedialen Datenautobahn (TV, Internet, Telefon) aufrüsten. Es ging mächtig schief. Milliarden vergeudet, Kunden verprellt.

Die Idee der US-Investoren ist bescheidener und deshalb erfolgversprechender. Sie wollen nicht überall alles bieten, sondern kleine Inseln bilden. Wohnblock für Wohnblock. Und wo es sich lohnt, sollen auf den schon digitalisierten Kanälen Spartenprogramme eingeführt werden, vor allem russische, polnische und türkische. Wenn die Plätze weg sind, wird einer der bisher frei empfangbaren, kleinen Sender weichen müssen. Aber keine Sorge: Populäre Programme wie ARD, ZDF oder RTL bleiben davon unberührt.