Was dem Westerwelle sein Möllemann, ist dem Schröder sein Oskar: Einst inniger Weggefährte, jetzt schaurige Spukgestalt in schlafloser Nacht. Wie an Macbeths Tafel unvermittelt der Geist des gemeuchelten Gefährten Banquo erschien, so will auch der politisch Totgesagte von der Saar partout keine Ruhe geben. Geiergleich kreist das Gespenst Lafontaines über der siechen SPD, die der ehemalige Parteivorsitzende und erste Finanzminister der rot-grünen Koalition 1999 seinem Erzrivalen überließ. Ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, zum Sturzflug anzusetzen? Es gebe zu viel "neoliberales Geschwätz" in der Sozialdemokratie, poltert "Lafo" vor saarländischen Parteifreunden. Und beschwört, zur klammheimlichen Freude der Bundes-Parteilinken, den "Widerstand der Arbeiterbewegung". Eine wahrhaft passende Begleitmusik zu Clements Mittelstandsoffensive. Genug jedenfalls, um der SPD-Spitze panische Distanzierungen vom geplanten Comeback des altgedienten Linkspopulisten abzunötigen. Sie ahnt: Was Möllemann mit der FDP nicht gelang, das könnte Lafontaine mit der SPD vollenden - das Projekt 18. Umfragen bescheinigen der Sozialdemokratie nur noch 25 Prozent Wählerzustimmung. Das Ziel ist also greifbar nahe. Noch etwas mehr Kakophonie - und die magische 18 ist keine Utopie mehr.