Der Star verlangte Seidenlaken. Und Dom Pérignon zum Lockerwerden. Dann zogen sich der Künstler und die Blondine ins Schlafzimmer zurück, um ihren nächtlichen Job zu erledigen. Man schrieb das Jahr 1961. Der erst 25-jährige Douglas Kirkland hatte vom Magazin Look den Auftrag erhalten, eine Fotoserie mit Marilyn Monroe zu machen, Vorgabe: "besonders erotisch". Der junge Mann war verständlicherweise nervös. Würde die Arbeit mit der zwar äußerst aufregenden, aber als unglaublich schwierig, ja, launisch geltenden Monroe von Erfolg gekrönt sein? Dass da ein Meister seine Muse gefunden hatte, war schon an den wenigen anschließend gezeigten Aufnahmen zu erkennen. Den Großteil des Schatzes aus seiner "Nacht mit Marilyn" jedoch hat Kirkland 40 Jahre lang eifersüchtig gehütet. Er wurde 2001 zum ersten Mal komplett veröffentlicht. Nun darf sich auch die Kölner Ausstellung mit dem wunderbaren Gesamtwerk schmücken. Augen zu, Voyeure! Hier gibt es keine blanken Busen. Nur eine strahlende, natürliche, schöne Frau, die auf unnachahmliche Weise mit der Kamera flirtet. Madonna? Kann einpacken.

Ein Abend mit Marilyn. 8. Februar bis 30. Mai, geöffnet Mo–Fr 9–18 Uhr, Eintritt frei: Rotonda-Galerie, Salierring 32, 50677 Köln, Tel. 0221/9977-500,www.rotonda.de .

Douglas Kirkland: "Eine Nacht mit Marilyn"; Verlag Schirmer/Mosel, München 2001; 126 S., 64 Fotos, 39,80 Euro