Als die Außenminister Chinas, Großbritanniens, der Sowjetunion und der USA 1943 die Vereinten Nationen gründeten, ging es ihnen vor allem darum, eine Weltorganisation zur Erhaltung des Friedens zu schaffen. Ihre Mittel sind Diplomatie und Friedenstruppen, die seit der Gründung mehr als 40-mal – nicht immer erfolgreich – zum Einsatz kamen. Inzwischen gehören den UN, die ihren Hauptsitz in New York haben, 191 von 194 Staaten der Welt an. In ihrer Charta verpflichten sich die Mitglieder, die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Nationen sowie den sozialen Fortschritt zu fördern und sich für den Schutz der Menschenrechte einzusetzen (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948). Während der Generalversammlung als oberstem UN-Organ sämtliche Mitgliedsstaaten angehören, sind im Sicherheitsrat lediglich 15 vertreten, fünf von ihnen als ständige Mitglieder (China, Frankreich, russische Föderation, Großbritannien, USA). Weitere Hauptorgane sind der Wirtschafts- und Sozialrat sowie der Internationale Gerichtshof in Den Haag.

Zu den Unterorganisationen zählen das Kinderhilfswerk Unicef, die Weltgesundheitsorganisation, der Hohe Flüchtlingskommissar (UNHCR) und die Weltbank, die jährlich Darlehen in Höhe von mehr als 16 Milliarden Euro gewährt. Weltweit arbeiten etwa 53300 Menschen im Dienst der UN. Als überparteiliche Instanz spielen die UN und ihr Generalsekretär als "stiller Diplomat" eine zentrale Rolle bei zwischen-, aber immer häufiger auch bei innerstaatlichen Konflikten. Blauhelme leisten humanitäre Hilfe in Krisengebieten wie Osttimor und dem Kosovo.