Er mag ein großer Revolutionär gewesen sein, ein passionierter Politiker, ein charismatischer Guerillero. Ein guter Fotograf war Ernesto Che Guevara nicht.

Das zeigt die Ausstellung Fotograf Che Guevara, die noch bis zum 30. März im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu sehen ist. Che Guevara war ein Vielfotografierer und ständig unterwegs, die Kamera stets um den Hals gehängt. Er fotografierte auf Reisen durch Südamerika, in den Fernen und Nahen Osten

er fotografierte seine Töchter, seine Frauen, seine Freunde, viele Unbekannte und vor allem immer wieder sich selbst. In Rahmen gestellt, müssen diese, 1995 entdeckten, Fotografien aus seinem Nachlass nun in Hamburg mehr hergeben, als sie zu bieten haben. Die Ausstellung geht Che Guevaras persönlichem Blick nach, betreibt dabei Heldenverehrung und pflegt den Starkult: hier darf man einmal die Welt mit SEINEN Augen sehen, die Welt des CHE mit den Augen des CHE - auf dass der Mythos Mensch werde. Aber was bleibt, wenn man den Che aus der Summe der privaten Blicke abzieht? Eine persönliche Bildersammlung von höchstens mittelmäßiger ästhetischer Qualität und fragwürdiger historischer Relevanz. Hätte man doch anstelle einer Ausstellung seine Fotos und Notizen zu einem faksimilierten Coffeetable-Book für Revolutionsaficionados zusammengestellt. Im alphabetisch sortierten Buchhandel könnte man es eingeordnet finden zwischen Bohlen und Cobain.