USA Geschätztes Amerika oder: Der Tod eines VorurteilsSeite 2/2

Antiamerikanismus hinter Schröders und Fischers sperrigem Irak-Kurs zu vermuten hieße, die politische Romanze zwischen Bill Clintons Außenministerin Madeleine Albright und ihrem „Joschka“ zu vergessen – genauso wie die Entscheidung Schröders, seine Existenz zugunsten von Enduring Freedom mit einem Misstrauensvotum aufs Spiel zu setzen. Zwei Milliarden Euro jährlich aus dem Bundeshaushalt für einen amerikanisch geführten Antiterrorkampf sind kein Beleg für einen deutschen Rückzug aus dem bewährten atlantischen Bündnis. Auch die im Wahlkampf geborene Politik wider die Irak-Strategie Washingtons setzte nicht auf alte Yankee go home ! - Reflexe, sondern auf die Kriegstraumata aller Deutschen.

Selbst wenn die taktierende Außenpolitik Berlins eine Isolierung Deutschlands in Washington zur Folge hätte, könnte sie die kulturellen Brücken nach Amerika nicht beschädigen. Und sollte George W. Bush der Meinung sein, die „undankbaren Deutschen“ strafen zu müssen – so ist seine Regierung doch nicht identisch mit „den Amis“. Selbst diese gibt es nur noch im Arsenal des dahinsiechenden Antiamerikanismus.

 
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