Stimmt’s? Nahsehen
Als Kindern wurde uns immer erklärt, zu nahe vor dem Fernseher zu sitzen schade den Augen. Mit zwei eigenen kleinen Monstern stellt sich nun die Frage: Ist es nötig, um einen Abstand zu kämpfen? Wie groß muss der sein? Michael M. Morlock, Hamburg
Kinder kriechen gern regelrecht in den Fernseher hinein. Damit erreichen sie einen Breitwand-Effekt, wie ihn Erwachsene im Kino ja auch schätzen. Die Kinder scheint es auch nicht zu stören, dass man von nahem nicht mehr erkennen kann, als wenn man ein paar Meter entfernt sitzt. Und sie können ihre Augen besser auf nahe Gegenstände fokussieren als Erwachsene.
Gesundheitliche Schäden müssen die Eltern aber nicht befürchten. Zwar können nach stundenlangem Glotzen aus kurzer Entfernung schon einmal die Augen brennen, aber das ist eine Ermüdungserscheinung, die vorbeigeht. Dass eine Fehlsichtigkeit durchs Fernsehen entstehen kann, dafür gibt es keinerlei Belege. Allerdings könnte die Angewohnheit, sich sehr nah vors TV-Gerät zu setzen, ein Anzeichen für eine schon bestehende Kurzsichtigkeit sein – ein Anlass, einmal mit dem Kind zum Augenarzt zu gehen.
Das ist natürlich kein Plädoyer für grenzenloses Fernsehen. Ein amerikanischer Augenarzt formulierte es so: „Fernsehen schädigt nicht die Augen von Kindern, sondern das Gehirn!“ Christoph Drösser
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder
stimmts@zeit.de
. Das »Stimmt’s?«-Archiv:
www.zeit.de/stimmts
Audio:
www.zeit.de/audio
- Datum 06.02.2003 - 13:00 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle (c) DIE ZEIT 07/2003
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