Erforscht & Erfunden
Physik des Faltenwurfs. Altbekannter Lebensretter
Physik des Faltenwurfs
Ins wichtigste Fachblatt der Physiker drängt mitunter auch die schnöde Wirklichkeit. Vergangene Woche druckte einen verschrumpelten Apfel ab (Bd. 90, S. 074302). Im zugehörigen Artikel entwerfen Enrique Cerda und Lakshminarayanan Mahadevan von der Universität Cambridge eine universelle Theorie der Faltenbildung. Falten, so ihre Erkenntnis, entstehen im physikalischen Wettstreit einer dünnen Haut mit ihrer dickeren Trägerschicht. Die steife Apfelhaut etwa widerstrebt der Faltenbildung, eine einzige Wölbung wäre physikalisch günstiger. Für das schrumpfende Fruchtfleisch bedeuten dagegen viele kleine Falten am wenigsten mechanische Arbeit. Zwischen diesen Extremen liegen die Falten der Wirklichkeit. Sie sind beim Apfel etwa 1,5 Millimeter breit, bei der Haut, die auf dem Handrücken zusammengedrückt wird, etwa 2,5 Millimeter – in Übereinstimmung mit der Theorie, wie die Forscher betonen.
Altbekannter Lebensretter
Gut und billig: Ministerin Schmidt wird’s gern hören. Zur Vorbeugung nach einer Lungenembolie oder einer Venenthrombose hat sich ein 50 Jahre altes, fast kostenfreies Medikament als so effektiv erwiesen, dass die Tests von den amerikanischen Gesundheitsinstituten vorzeitig beendet wurden (NEJM online, 24. Februar 2003). Marcumar reduziert die Häufigkeit wiederkehrender, potenziell tödlicher Blutgerinnsel um 64 Prozent. Dafür muß der Blutverdünner dauerhaft geschluckt werden.
- Datum
- Quelle (c) DIE ZEIT 27.02.2003 Nr.10
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