biowaffen Das gläserne Geheimlabor
Jens Kuhn forscht weltweit an tödlichen Krankheitserregern. Das Risiko eines Terrorangriffs mit Pocken hält er für gering
Die Zeit: Vor zwei Jahren durften Sie im ehemaligen sowjetischen Biowaffenlaboratorium Vector in Sibirien an tödlichen Krankheitserregern forschen. Haben Sie noch Kontakt zu den Wissenschaftlern dort?
Jens Kuhn: Weil ich vermutlich bald auch wieder dahingehe, sogar ziemlich häufig. Geplant ist der 1. Mai.
Zeit: Was hat Sie an ihrem letzten Aufenthalt so fasziniert, dass Sie wieder dorthin wollen?
Kuhn: Ich spezialisiere mich auf hochgefährliche Erreger. An vielen westlichen Instituten, die solche Keime untersuchen, war ich schon. Also dachte ich mir, ich sehe mir die Sache mal von der anderen Seite an. Außerdem kann ich damit im kleinen Maßstab etwas zur Sicherheit beitragen. Je mehr ausländische Forscher in diesem Institut arbeiten, desto transparenter wird die Arbeit dort.
Zeit: Ist auch Nervenkitzel dabei? Sie könnten auch einfache Eiterkeime wie Staphylokokken untersuchen.
Kuhn: Ich würde nicht unbedingt Nervenkitzel sagen, aber Staphylokokken finde ich nun mal ziemlich langweilig.
Zeit: Sie forschen an Abwehrmitteln gegen tödliche Erreger. Besteht nicht weiterhin die Gefahr, dass in solchen Labors genau das Gegenteil entwickelt wird, nämlich Biowaffen?
- Datum 27.02.2003 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 27.02.2003 Nr.10
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