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Doppelpack fürs Ausland - manche Anbieter von Sprachreisen organisieren das Praktikum in der Ferne gleich mit

Vier Wochen verbrachte Matthias Ernst im Hilton Hotel in Toronto. Allerdings nicht in den luxuriösen Zimmern, sondern in einem schlichten Büro im Keller - in der Personalabteilung. Dort kümmerte er sich um die Urlaubsanträge der Mitarbeiter, recherchierte im Internet für ein internes Motivationsprogramm und war auch bei den Sitzungen mit dabei. "Voll integriert" sei er gewesen, schwärmt der Betriebswirtschaftsstudent. Das Praktikum sei genau das Richtige für ihn gewesen, auch fachlich habe er eine Menge gelernt. Schließlich hat sich der 25-Jährige im Studium auf den Schwerpunkt Personalwesen spezialisiert. Verschafft hat ihm den Praktikumsplatz ein Sprachreiseveranstalter. Ernst buchte ein Paket aus vier Wochen Sprachkurs und anschließendem Praktikum. Bezahlt hat er dafür mit Nebenkosten rund 5000 Euro. Solche Kombinationen haben mehrere Anbieter im Programm. Zur Auswahl stehen meist verschiedene Länder wie Australien, Kanada, die USA, Neuseeland und Südafrika, aber auch europäische Ziele, zum Beispiel Großbritannien oder Spanien. Dabei gilt: Mindestens vier Wochen Sprachkurs vor dem Praktikum sind Pflicht.

Warten auf das Visum

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Zu hohe Erwartungen an den Kurzjob darf man dabei nicht haben. "Sinn des Arbeitspraktikums ist es in erster Linie, Ihre Sprachkenntnisse im Ernstfall Alltag einzusetzen und zu trainieren", heißt es bei den Carl Duisberg Sprachreisen in Köln. "Je nach Unternehmen und Verfügbarkeit von Mitarbeitern werden Sie häufig einfachste Arbeiten übertragen bekommen." Daher dürfe man nicht enttäuscht sein, wenn man sich inhaltlich unterfordert fühle.

"Wir dämpfen die Erwartungen", sagt auch Torsten Pankok, Marketingleiter bei Carpe Diem Sprachreisen in Münster. Vor allem Studenten hätten häufig zu hohe Ansprüche. Doch in vier bis acht Wochen sei es einfach nicht möglich, sich tief in fachspezifische Fragen einzuarbeiten. Die größte Nachfrage gebe es in den Bereichen Betriebswirtschaft, PR, Journalismus, Grafik, Internet und Tourismus. Daher habe man hier auch Kontakt zu relativ vielen Firmen. In manchen Branchen sei es dagegen unmöglich, Kunden unterzubringen. Bei Banken in Großbritannien zum Beispiel. Da seien die Sicherheitsbedenken zu groß.

"Die Chancen in den einzelnen Ländern sind sehr unterschiedlich", sagt Pankok. Um genug Spielraum zu haben, müssen die Interessenten daher meist drei bevorzugte Bereiche angeben - garantiert wird nichts. Wo man landet, entscheidet sich meist erst vor Ort. "Man beginnt mit dem Sprachkurs, gibt seinen Lebenslauf ab, und die Koordinatorin der Sprachschule schickt ihn dann an verschiedene Unternehmen", erklärt Matthias Ernst. Hat ein Unternehmen Interesse, müsse man sich erst einmal in einem ausführlichen Vorstellungsgespräch bewähren. "Ich habe einfach Glück gehabt", findet er.

"Das hätte auch schief gehen können."

Weniger begeistert war Jan Szyszka. Kurz nach den Abschlussprüfungen wollte der Diplom-Sportwissenschaftler mit Schwerpunkt Journalismus erst einmal längere Zeit im Ausland arbeiten, um seine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Ein halbes Jahr versuchte er, über eine Stiftung einen Praktikumplatz zu finden - vergebens. Dann probierte er es über einen Sprachreiseveranstalter und landete für drei Monate in Südafrika. Nach dem vierwöchigen Sprachkurs arbeitete der 27-Jährige zwei Monate als Gast-DJ beim Campus-Radio an der University of Capetown. "Von der Arbeit her war ich erst enttäuscht, weil es nichts Journalistisches war", erinnert er sich. Dann habe er umgeschaltet und das Praktikum vor allem als Gelegenheit gesehen, sein Englisch zu verbessern.

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