Vom Warten

Nicht nur die Militärs haben sich in den vergangenen Wochen auf den Kriegsbeginn vorbereitet. Sechs Protokolle aus der Vorkriegszeit

Der n-tv-Chef

BERLIN: Wir sind auf den Krieg bestens vorbereitet: Alle Nachtredakteure wissen Bescheid, alle Beiträge sind abrufbereit, die Sendepläne gemacht.

Anzeige

Unsere Redakteure haben sich in den letzten Wochen mit der gesamten Materie intensiv beschäftigt. Von unserem Partnersender CNN haben wir Beiträge über alle amerikanischen Waffensysteme im 3-D-Format, die Übersetzung der dazugehörigen Texte ist in vollem Gange, und wir haben auch schon die Schautafeln für eine mögliche Nachkriegsordnung in Vorbereitung.

Für uns als Nachrichtensender ist dies allerdings keine so außergewöhnliche Situation: Wir müssen immer schnell reagieren, ob Ministerrücktritt, Naturkatastrophe - oder Krieg. Keiner von uns will diesen Krieg, trotzdem müssen wir uns natürlich professionell darauf vorbereiten, das ist Anspruch, Aufgabe und Auftrag für uns.

Solange der Krieg nicht begonnen hat - und erst recht in den ersten Tagen einer militärischen Auseinandersetzung -, ist das Informationsbedürfnis der Menschen extrem hoch. Unsere Einschaltquoten bei Pressekonferenzen von US-Verteidi- gungsminister Donald Rumsfeld oder bei Reden von George W. Bush, die wir regelmäßig live übertragen, steigen stetig. Auch die Werbekunden schalten ihre Spots unvermindert - was sich jedoch schnell ändern kann.

Machen wir uns nichts vor: Für viele Branchen ist die Zeit der Unsicherheit sehr viel schädlicher als ein kurzer, sagen wir, einwöchiger Krieg.

Service