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Krieg gegen den Irak

Über den „Ausbruch“ des Krieges gegen den Irak werden die Historiker künftig nicht streiten müssen. Denn offen liegt zutage, dass dieser Krieg von langer Hand vorbereitet und zielstrebig ins Werk gesetzt wurde. Selten zuvor sei das Völkerrecht so skrupellos gebrochen und die Weltöffentlichkeit so schamlos hinters Licht geführt worden – das ist der Tenor eines aufschlussreichen Gesprächs, das der Journalist Andreas Zumach mit Hans von Sponeck , bis Februar 2000 Leiter des UN-Hilfsprogramms in Bagdad, geführt hat: Irak – Chronik eines gewollten Krieges (Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003; 158 S., 7,90 Euro).

In einer scharfsinnigen Analyse zeigt Harald Müller , Professor für Internationale Beziehungen in Frankfurt am Main, dass von einer „Zeitenwende“ nach dem 11. September 2001 nicht gesprochen werden könne, die Terrorangriffe vielmehr der US-Regierung die Möglichkeit eröffneten, ihre Vision von einer Weltordnung, der sie allein die Regeln vorgibt, zu verwirklichen: Amerika schlägt zurück (Die Weltordnung nach dem 11. September; Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a. M. 2003; 288 S., 12,90 Euro). Einblicke in die innere Verfassung der Bush-Administration, ihrer Obsessionen und Phobien, vermittelt das nun auch ins Deutsche übersetzte Buch des Washington Post- Reporters Bob Woodward: Bush at War – Amerika im Krieg (DVA, Stuttgart/München 2003; 400 S., 24,90 Euro). Dass der amerikanische Präsident seine hegemonialen Ziele mit einer Art religiöser Besessenheit verfolge, glaubt Peter Pilz , Grünen-Abgeordneter im österreichischen Parlament, nachweisen zu können: Mit Gott gegen alle (Amerikas Kampf um die Weltherrschaft; DVA, Stuttgart/München 2003; 287 S., 22,90 Euro). Die Verquickung der Geschäfte des Bush-Clans mit der Politik der US-Regierung im Nahen und Mittleren Osten nimmt der französische Enthüllungsautor Eric Laurent aufs Korn: Die Kriege der Familie Bush (S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2003; 255 S., 16,90 Euro). Ob damit schon „die wahren Hintergründe des Irak-Konflikts“ erklärt sind, wie der Untertitel verspricht, steht dahin.

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Kenntnisreich in die Geschichte des Iraks, des von den Briten nach 1918 geschaffenen Staates, führt ein die amerikanische Journalistin Sandra Mackey: The Reckoning. Iraq and the Legacy of Saddam Hussein (W. W. Norton & Company, New York 2002; 415 S., 19.50 $). Ein stimmiges Bild des irakischen Diktators Saddam Hussein, seiner Herkunft und seines Aufstiegs, seiner Verbrechen und seiner einst sehr engen Zusammenarbeit mit dem Westen zeichnet der britische Journalist Con Coughlin: Saddam Hussein (Porträt eines Diktators; List Verlag, München 2002; 496 S., 24,- Euro). „Wie konnte dieses noch vor wenigen Jahren vom Westen gehätschelte Land zum Schrecken der Welt werden?“, fragt Peter Heine , der an der Humboldt-Universität lehrende Kenner der islamischen Welt, der in einem knappen Abriss die Hintergründe des gegenwärtigen Konflikts beleuchtet: Schauplatz Irak (Verlag Herder, Freiburg 2002; 159 S., 8,90 Euro). Aufrufe gegen den Krieg – von Schriftstellern, Vertretern der Friedensbewegung und der Kirchen – versammelt der Band Karl-Heinz Harenberg/Marc Fritzler (Hrsg.): No War (Krieg ist nicht die Lösung, Mr. Bush!, Knaur, München 2003; 302 S., 7,90 Euro).

Was kommt nach Saddam Hussein? Lesenswert ist, was der Nahost-Experte Volker Perthes in dem von Bernd W. Kubbig herausgegebenen Band: Brandherd Irak (US-Hegemonialanspruch, die UNO und die Rolle Europas; Campus, Frankfurt a. M. 2003; 300 S., 18,90 Euro) über die „Nachkriegsszenarien und Neuordnungsphantasien“ mitzuteilen weiß. Die Vorstellung einer Demokratisierung der Region sei „von einem gehörigen Maß Wunschdenken – oder auch Hybris – getragen“.

 
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